Xuanzangs Diamant-Sutra

能斷金剛般若波羅蜜多經
Vajracchedikā Prajñāpāramitā Sūtra

Taishō-Nr. 220, Faszikel 577
Übersetzt aus dem Sanskrit durch Meister Xuanzang (660 n. Chr.). Übersetzt aus dem klassischen Chinesisch durch Hazybanazy (2026 n. Chr.)

Hinweis: Dieser Text ist eine Studienfassung. Er dient der verständlichen Erschließung des Inhalts und stellt keine endgültige wörtliche Primärübersetzung dar.

Diamant-Sutra

So habe ich gehört: Zu einer Zeit hielt sich der Erhabene in Śrāvastī auf, im Jeta-Hain, im Park des Anāthapiṇḍada. Bei ihm war eine große Gemeinschaft von 1.250 Mönchen.

Am frühen Morgen ordnete der Erhabene seine Kleidung, nahm Obergewand und Almosenschale und ging in die große Stadt Śrāvastī, um um Nahrung zu bitten. Nachdem der Erhabene in der Stadt um Nahrung gebeten hatte, kehrte er an seinen Ausgangsort zurück. Nach dem Essen legte er Obergewand und Almosenschale beiseite und wusch seine Füße. Nach der Mahlzeit breitete er wie gewöhnlich seinen Sitz aus, setzte sich mit gekreuzten Beinen nieder, richtete den Körper auf und verweilte mit aufrechter Absicht und gegenwärtiger Achtsamkeit.

Da begaben sich die Mönche zum Buddha. Nachdem sie angekommen waren, verneigten sie sich mit dem Kopf zu den Füßen des Erhabenen, umschritten ihn dreimal von rechts und setzten sich an einer Seite nieder. Auch der ehrwürdige Subhūti saß in dieser Versammlung.

Da erhob sich der ehrwürdige Subhūti von seinem Sitz, entblößte eine Schulter, setzte sein rechtes Knie auf den Boden, legte ehrfürchtig die Hände zusammen und sprach zum Buddha:

„Selten ist es, Erhabener! Der Tathāgata, der Verehrungswürdige, der vollkommen und vollständig Erwachte, nimmt die Bodhisattva-Mahāsattvas auf die höchste Weise in seine Fürsorge. 

Der Tathāgata, der Verehrungswürdige, der vollkommen und vollständig Erwachte, vertraut den Bodhisattva-Mahāsattvas auf die höchste Weise seinen Auftrag an. Erhabener, wie sollen diejenigen verweilen, die sich auf den Weg des Bodhisattva-Fahrzeugs begeben haben? Wie sollen sie sich üben? Wie sollen sie ihren Geist bezwingen?“

Nachdem er so gesprochen hatte, sagte der Erhabene zum ehrwürdigen Subhūti: „Gut, gut, Subhūti! So ist es, so ist es. Es ist genau so, wie du gesagt hast. Der Tathāgata, der Verehrungswürdige, der vollkommen und vollständig Erwachte, nimmt die 

Bodhisattva-Mahāsattvas auf die höchste Weise in seine Fürsorge. Der Tathāgata, der Verehrungswürdige, der vollkommen und vollständig Erwachte, vertraut den Bodhisattva-Mahāsattvas auf die höchste Weise seinen Auftrag an.

Darum, Subhūti, höre aufmerksam zu und richte deinen Geist vollkommen darauf. Ich werde dir ausführlich erklären, wie diejenigen verweilen sollen, die sich auf den Weg des Bodhisattva-Fahrzeugs begeben haben, wie sie sich üben und wie sie ihren Geist bezwingen sollen.“

Der ehrwürdige Subhūti sprach zum Buddha: „So sei es, Erhabener. Voller Freude wünsche ich, es zu hören.“

Der Buddha sprach: „Subhūti! Wer den Weg des Bodhisattva-Fahrzeugs einschlägt, soll folgenden Geist hervorbringen: ‚Alle Lebewesen, die zur Gesamtheit der Lebewesen gehören – ob aus einem Ei geboren, aus einem Mutterleib geboren, aus Feuchtigkeit entstanden oder auf wundersame Weise entstanden; ob mit Form oder ohne Form; ob mit Wahrnehmung, ohne Wahrnehmung oder weder mit Wahrnehmung noch ohne Wahrnehmung; bis hin zu allem, was innerhalb des Bereichs der Lebewesen als Lebewesen bezeichnet wird – sie alle werde ich in den Bereich des vollkommenen Nirvāṇa ohne verbleibende Grundlage eingehen lassen. Doch obwohl ich auf diese Weise unermesslich viele Lebewesen zur Erlöschung geführt habe, gibt es kein Lebewesen, das zur Erlöschung gelangt ist.‘

Warum ist das so? Subhūti! Wenn in einem Bodhisattva-Mahāsattva die Vorstellung von einem Lebewesen wirksam ist, sollte er nicht Bodhisattva-Mahāsattva genannt werden. 

Warum? Subhūti! Von einem Bodhisattva-Mahāsattva sollte nicht gesagt werden, dass in ihm die Vorstellung von einem Lebewesen wirksam ist. Ebenso verhält es sich mit der Vorstellung von einem Lebenden, einem Menschen, einer Person, einem geistgeborenen Wesen, einem jungen Menschen, einem Handelnden und einem Erfahrenden. Warum ist das so? Subhūti! Es gibt nicht das geringste Phänomen, das als jemand bezeichnet werden könnte, der den Weg des Bodhisattva-Fahrzeugs einschlägt.

Ferner, Subhūti! Ein Bodhisattva-Mahāsattva soll beim Geben an keiner Sache verweilen. Ohne irgendwo zu verweilen, soll er geben. Er soll beim Geben nicht an Form verweilen und nicht an Klang, Geruch, Geschmack, Berührbarem oder geistigen Gegenständen verweilen.

Subhūti! So soll ein Bodhisattva-Mahāsattva geben, ohne an der Vorstellung von Merkmalen zu verweilen. Warum ist das so? Subhūti! Wenn ein Bodhisattva-Mahāsattva gibt, ohne irgendwo zu verweilen, kann die Ansammlung seines Verdienstes nicht ermessen werden.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Kann der Raum im Osten ermessen werden?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener.“

„Subhūti! Kann ebenso der Raum im Süden, Westen und Norden, in den vier Zwischenrichtungen sowie oben und unten, der alle Welten der zehn Richtungen durchdringt, ermessen werden?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener.“

Der Buddha sprach: „Subhūti! Ebenso ist es, ebenso ist es. Wenn ein Bodhisattva-Mahāsattva gibt, ohne irgendwo zu verweilen, kann die Ansammlung seines Verdienstes ebenso wenig ermessen werden. Subhūti! So soll ein Bodhisattva geben, ohne an der Vorstellung von Merkmalen zu verweilen.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Kann der Tathāgata anhand der Vollständigkeit seiner Merkmale betrachtet werden?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener. Man sollte den Tathāgata nicht anhand der Vollständigkeit seiner Merkmale betrachten. 

Warum? Die vom Tathāgata gelehrte Vollständigkeit der Merkmale ist keine Vollständigkeit der Merkmale.“

Nachdem dies gesagt worden war, sprach der Buddha erneut zum ehrwürdigen Subhūti: „Subhūti! Soweit Merkmale vollständig vorhanden sind, sind sie alle trügerisch. Soweit die Vollständigkeit von Merkmalen keine Merkmale sind, sind sie nicht trügerisch. So soll man den Tathāgata anhand von Merkmalen und Nichtmerkmalen betrachten.“

Nachdem dies gesagt worden war, sprach der ehrwürdige Subhūti erneut zum Buddha: „Erhabener! Wird es in einer künftigen Zeit, in einer späteren Zeit, im späteren Abschnitt, in den letzten fünfhundert Jahren, wenn sich die Zeit des bevorstehenden Erlöschens der wahren Lehre entfaltet, Lebewesen geben, die beim Hören solcher Aussagen eines Lehrtextes eine Vorstellung von Wirklichkeit hervorbringen?“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Sprich nicht so: ‚Wird es in einer künftigen Zeit, in einer späteren Zeit, im späteren Abschnitt, in den letzten fünfhundert Jahren, wenn sich die Zeit des bevorstehenden Erlöschens der wahren Lehre entfaltet, Lebewesen geben, die beim Hören solcher Aussagen eines Lehrtextes eine Vorstellung von Wirklichkeit hervorbringen?‘

Vielmehr, Subhūti, wird es in einer künftigen Zeit, in einer späteren Zeit, im späteren Abschnitt, in den letzten fünfhundert Jahren, wenn sich die Zeit des bevorstehenden Erlöschens der wahren Lehre entfaltet, Bodhisattva-Mahāsattvas geben, die vollständig in sittlicher Disziplin, Tugend und Weisheit sind.

Ferner, Subhūti! Diese Bodhisattva-Mahāsattvas werden nicht nur einem einzigen Buddha gedient und Opfergaben dargebracht und nicht nur bei einem einzigen Buddha heilsame Wurzeln gepflanzt haben. Vielmehr, Subhūti, werden diese Bodhisattva-Mahāsattvas vielen Hunderten und Tausenden von Buddhas gedient und Opfergaben dargebracht und bei vielen Hunderten und Tausenden von Buddhas heilsame Wurzeln gepflanzt haben. Wenn sie dann solche Aussagen eines Lehrtextes hören, werden sie einen einzigen reinen Vertrauensgeist erlangen.

Subhūti! Der Tathāgata kennt sie alle bereits durch die Weisheit eines Buddha. Der Tathāgata hat sie alle bereits mit dem Auge eines Buddha gesehen. Subhūti! Der Tathāgata hat sie alle bereits erkannt. 

Alle diese Lebewesen werden eine unermessliche und unzählbare Ansammlung von Verdienst hervorbringen und eine unermessliche und unzählbare Ansammlung von Verdienst erlangen.

Warum ist das so? Subhūti! In diesen Bodhisattva-Mahāsattvas ist keine Vorstellung von einem Selbst wirksam. Ebenso ist in ihnen keine Vorstellung von einem Lebewesen, einem Lebenden, einem Menschen, einer Person, einem geistgeborenen Wesen, einem jungen Menschen, einem Handelnden oder einem Erfahrenden wirksam.

Subhūti! In diesen Bodhisattva-Mahāsattvas ist weder die Vorstellung von einem Phänomen noch die Vorstellung von einem Nichtphänomen wirksam. In ihnen ist weder eine Vorstellung noch eine Nichtvorstellung wirksam.

Warum ist das so? Subhūti! Wenn in einem Bodhisattva-Mahāsattva die Vorstellung von einem Phänomen wirksam wäre, würde er an einem Selbst, einem Lebewesen, einem Lebenden, einer Person und anderem festhalten. Wenn in ihm die Vorstellung von einem Nichtphänomen wirksam wäre, würde er ebenfalls an einem Selbst, einem Lebewesen, einem Lebenden, einer Person und anderem festhalten.

Warum ist das so? Subhūti! Man soll weder ein Phänomen ergreifen noch ein Nichtphänomen ergreifen. Deshalb hat der Tathāgata mit verborgener Absicht das Lehrtor des Gleichnisses vom Floß dargelegt. Die Weisen sollen selbst die Lehren aufgeben, um wie viel mehr das, was keine Lehre ist.“

Der Buddha sprach erneut zum ehrwürdigen Subhūti: „Subhūti, was meinst du? Gibt es auch nur irgendein Ding, durch dessen Verwirklichung der Tathāgata, der Arhat, der vollkommen Erwachte die unübertroffene vollkommene Erwachung erlangt hat? Gibt es auch nur irgendein Ding, das vom Tathāgata, dem Arhat, dem vollkommen Erwachten gelehrt wurde?“

Subhūti antwortete: „Erhabener, soweit ich den Sinn der Lehre des Buddha verstehe, gibt es auch nicht das geringste Ding, durch dessen Verwirklichung der Tathāgata, der Arhat, der vollkommen Erwachte die unübertroffene vollkommene Erwachung erlangt hat. Ebenso gibt es auch nicht das geringste Ding, das vom Tathāgata, dem Arhat, dem vollkommen Erwachten gelehrt wurde.

Warum ist das so? Erhabener, die Dinge, die der Tathāgata, der Arhat, der vollkommen Erwachte verwirklicht, lehrt und betrachtet, können weder ergriffen noch ausgesprochen werden. Sie sind weder ein Dharma noch kein Dharma. Warum ist das so? Weil alle edlen Menschen durch das Unbedingte offenbar werden.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Wenn ein guter Mann oder eine gute Frau dieses dreitausendfache große Tausendweltsystem vollständig mit den sieben Kostbarkeiten füllen und alles als Gabe darbringen würde, wäre dann die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst groß?“

Subhūti antwortete: „Sehr groß, Erhabener! Sehr groß, Wohlgegangener! Die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst dieses guten Mannes oder dieser guten Frau wäre ihrem Umfang nach sehr groß.

Warum ist das so? Erhabener, was als Ansammlung von Verdienst bezeichnet wird, hat der Tathāgata als keine Ansammlung von Verdienst bezeichnet. Deshalb bezeichnet der Tathāgata sie als Ansammlung von Verdienst.“

Der Buddha sprach erneut zu Subhūti: „Subhūti, wenn ein guter Mann oder eine gute Frau dieses dreitausendfache große Tausendweltsystem vollständig mit den sieben Kostbarkeiten füllen und alles als Gabe darbringen würde, und wenn ein anderer guter Mann oder eine andere gute Frau aus diesem Zugang zum Dharma auch nur eine Strophe aus vier Verszeilen annähme, bewahrte, läse, rezitierte, vollständig verstünde und beherrschte sowie sie anderen ausführlich erklärte, darlegte und mit angemessener Aufmerksamkeit betrachtete, dann wäre die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst unermesslich und unzählbar größer als die vorherige.

Warum ist das so? Die unübertroffene vollkommene Erwachung aller Tathāgatas, Arhats und vollkommen Erwachten geht aus diesem Sūtra hervor, und alle Buddhas, die Erhabenen, entstehen aus diesem Sūtra.

Warum ist das so? Subhūti, was als Lehren der Buddhas bezeichnet wird, hat der Tathāgata als keine Lehren der Buddhas bezeichnet. Deshalb bezeichnet der Tathāgata sie als Lehren der Buddhas.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Denken diejenigen, die in den Strom eingetreten sind: ‚Ich kann die Frucht des Stromeintritts verwirklichen‘?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener. Die in den Strom Eingetretenen denken nicht: ‚Ich kann die Frucht des Stromeintritts verwirklichen.‘

Warum ist das so? Erhabener, da sie in nichts eintreten, werden sie in den Strom Eingetretene genannt. Sie treten nicht in Formen, Klänge, Gerüche, Geschmäcke, Berührbares oder geistige Erscheinungen ein. Deshalb werden sie in den Strom Eingetretene genannt.

Erhabener, wenn ein in den Strom Eingetretener dächte: ‚Ich kann die Frucht des Stromeintritts verwirklichen‘, würde er an einem Selbst, einem Lebewesen, einem Lebenden, einer Person oder einem Individuum festhalten.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Denken diejenigen, die nur noch einmal wiederkehren: ‚Ich kann die Frucht der einmaligen Wiederkehr verwirklichen‘?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener. Die nur noch einmal Wiederkehrenden denken nicht: ‚Ich kann die Frucht der einmaligen Wiederkehr verwirklichen.‘

Warum ist das so? Erhabener, da es auch nicht das geringste Ding gibt, durch das der Zustand der einmaligen Wiederkehr verwirklicht wird, werden sie nur noch einmal Wiederkehrende genannt.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Denken diejenigen, die nicht mehr wiederkehren: ‚Ich kann die Frucht der Nichtwiederkehr verwirklichen‘?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener. Die nicht mehr Wiederkehrenden denken nicht: ‚Ich kann die Frucht der Nichtwiederkehr verwirklichen.‘

Warum ist das so? Erhabener, da es auch nicht das geringste Ding gibt, durch das der Zustand der Nichtwiederkehr verwirklicht wird, werden sie nicht mehr Wiederkehrende genannt.“

Der Buddha sprach zu Subhūti:

„Was meinst du? Denken die Arhats: ‚Ich kann den Zustand eines Arhat verwirklichen‘?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener. Die Arhats denken nicht: ‚Ich kann den Zustand eines Arhat verwirklichen.‘

Warum ist das so? Erhabener, da es auch nicht das geringste Ding gibt, das Arhat genannt werden könnte, werden sie aufgrund dieses Umstandes Arhats genannt.

Erhabener, wenn ein Arhat dächte: ‚Ich kann den Zustand eines Arhat verwirklichen‘, würde er an einem Selbst, einem Lebewesen, einem Lebenden, einer Person oder einem Individuum festhalten.

Warum ist das so? Erhabener, der Tathāgata, der Arhat, der vollkommen Erwachte hat von mir gesagt, dass ich unter denen, die im Zustand der Streitlosigkeit verweilen, der Erste bin. Erhabener, obwohl ich ein Arhat bin und Begierde für immer überwunden habe, habe ich niemals gedacht: ‚Ich habe den Zustand eines Arhat erlangt und die Begierde für immer überwunden.‘

Erhabener, wenn ich dächte: ‚Ich habe den Zustand eines Arhat erlangt und die Begierde für immer überwunden‘, dann hätte der Tathāgata nicht von mir sagen dürfen: ‚Der gute Mann Subhūti ist unter denen, die im Zustand der Streitlosigkeit verweilen, der Erste.‘

Da ich in überhaupt nichts verweile, bezeichnet der Tathāgata dies als Verweilen im Zustand der Streitlosigkeit.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Hat der Tathāgata einst bei dem Tathāgata, dem Arhat und vollkommen Erwachten Dīpaṃkara auch nur irgendein Ding ergriffen?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener. Als der Tathāgata einst bei dem Tathāgata, dem Arhat und vollkommen Erwachten Dīpaṃkara war, ergriff er überhaupt nicht das geringste Ding.“

Der Buddha sprach zu Subhūti:

„Wenn ein Bodhisattva so spricht: ‚Ich werde die verdienstvolle Zierde eines Buddha-Landes vollenden‘, dann spricht dieser Bodhisattva nicht wahrheitsgemäß. Warum? Subhūti, was die verdienstvolle Zierde eines Buddha-Landes, die verdienstvolle Zierde eines Buddha-Landes genannt wird, betrifft: Der Tathāgata lehrt, dass sie keine Zierde ist. Daher nennt der Tathāgata sie die verdienstvolle Zierde eines Buddha-Landes, die verdienstvolle Zierde eines Buddha-Landes.

Darum, Subhūti, soll ein Bodhisattva seinen Geist entstehen lassen, ohne irgendwo zu verweilen. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne bei Form zu verweilen. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne bei Nicht-Form zu verweilen. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne bei Klang, Geruch, Geschmack, Berührung oder geistigen Gegenständen zu verweilen. 

Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne bei Nicht-Klang, Nicht-Geruch, Nicht-Geschmack, Nicht-Berührung oder Nicht-geistigen Gegenständen zu verweilen. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne irgendwo zu verweilen.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Angenommen, ein Mann besäße einen großen Körper, und seine körperliche Gestalt wäre gleichsam so groß wie der König der Berge Sumeru. Was meinst du, Subhūti? Wäre sein eigenes Wesen groß?“

Subhūti antwortete: „Sein eigenes Wesen wäre groß, Erhabener, groß, Wohlgegangener. Warum? Erhabener, der Tathāgata lehrt, dass sein eigenes Wesen nicht jenes Wesen ist. Daher wird es eigenes Wesen genannt. Nicht aufgrund jenes Wesens wird es eigenes Wesen genannt.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Angenommen, es gäbe so viele Gangesströme, wie es Sandkörner im Ganges gibt. Wären die Sandkörner all dieser Gangesströme zahlreich?“

Subhūti antwortete: „Sie wären außerordentlich zahlreich, Erhabener, außerordentlich zahlreich, Wohlgegangener. Schon die Gangesströme selbst wären zahllos. Um wie viel mehr erst ihre Sandkörner!“

Der Buddha sprach: „Subhūti, nun sage ich es dir und mache es dir verständlich. Angenommen, ein guter Mann oder eine gute Frau füllte so viele Welten, wie es Sandkörner in all diesen Gangesströmen gibt, mit kostbaren siebenfachen Schätzen und brächte sie dem Tathāgata, dem Verehrungswürdigen, dem vollkommen Erwachten, als Gabe dar. Was meinst du, Subhūti? Wäre die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst dieses guten Mannes oder dieser guten Frau groß?“

Subhūti antwortete: „Sie wäre außerordentlich groß, Erhabener, außerordentlich groß, Wohlgegangener. Die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst dieses guten Mannes oder dieser guten Frau wäre ihrem Umfang nach außerordentlich groß.“

Der Buddha sprach erneut zu Subhūti: „Angenommen, jemand füllte so viele Welten, wie es jene Sandkörner gibt, mit siebenfachen Schätzen und brächte sie dem Tathāgata, dem Verehrungswürdigen, dem vollkommen Erwachten, als Gabe dar. Wenn dagegen ein guter Mann oder eine gute Frau aus diesem Lehrweg auch nur eine Strophe von vier Verszeilen annimmt und bewahrt, liest und rezitiert, sie vollständig durchdringt und beherrscht, sie anderen ausführlich verkündet und erläutert und sie der Wirklichkeit entsprechend betrachtet, dann ist die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst unermesslich und unzählbar größer als die vorherige.

Ferner, Subhūti, wenn an irgendeinem Ort aus diesem Lehrweg auch nur eine Strophe von vier Verszeilen anderen verkündet und erläutert wird, dann wird dieser Ort von den Göttern, Menschen, Asuras und anderen Wesen der Welt verehrt werden wie ein Heiligtum des Buddha. Um wie viel mehr gilt dies, wenn jemand diesen Lehrweg vollständig und bis zur Vollendung abschreibt, annimmt und bewahrt, liest und rezitiert, vollständig durchdringt und beherrscht, ihn anderen ausführlich verkündet und erläutert und ihn der Wirklichkeit entsprechend betrachtet!

Ein solches Wesen verwirklicht die höchsten und seltensten Verdienste. An diesem Ort weilt der große Lehrer oder einer seiner ehrwürdigen Schüler, seien es Weise oder Gefährten im reinen Leben.“

Nachdem dies gesprochen worden war, sagte der ehrwürdige Subhūti erneut zum Buddha: „Erhabener, wie soll dieser Lehrweg genannt werden? Wie soll ich ihn annehmen und bewahren?“

Nachdem er dies gesprochen hatte, sagte der Buddha zu Subhūti: „Ehrwürdiger, dieser Lehrweg heißt nun: Vollkommenheit der Weisheit, die wie ein Diamant durchtrennt. Unter diesem Namen sollst du ihn annehmen und bewahren. 

Warum? Subhūti, diese Vollkommenheit der Weisheit lehrt der Tathāgata als Nicht-Vollkommenheit der Weisheit. Daher nennt der Tathāgata sie Vollkommenheit der Weisheit.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Gibt es auch nur irgendeine geringe Lehre, die der Tathāgata verkünden könnte?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener. Es gibt auch nicht die geringste Lehre, die der Tathāgata verkünden könnte.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Sind die Staubteilchen der Erde in einem dreitausendfachen großen Tausendweltsystem zahlreich?“

Subhūti antwortete: „Diese Staubteilchen der Erde sind außerordentlich zahlreich, Erhabener, außerordentlich zahlreich, Wohlgegangener.“

Der Buddha sprach: „Subhūti, die Staubteilchen der Erde lehrt der Tathāgata als Nicht-Staubteilchen. Daher nennt der Tathāgata sie Staubteilchen der Erde. Die Welten lehrt der Tathāgata als Nicht-Welten. Daher nennt der Tathāgata sie Welten.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Soll man den Tathāgata, den Verehrungswürdigen, den vollkommen Erwachten, anhand der zweiunddreißig Merkmale eines großen Mannes betrachten?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener. Man soll den Tathāgata, den Verehrungswürdigen, den vollkommen Erwachten, nicht anhand der zweiunddreißig Merkmale eines großen Mannes betrachten. Warum? Erhabener, die zweiunddreißig Merkmale eines großen Mannes lehrt der Tathāgata als Nicht-Merkmale. Daher nennt der Tathāgata sie die zweiunddreißig Merkmale eines großen Mannes.“

Der Buddha sprach erneut zu Subhūti: „Angenommen, ein guter Mann oder eine gute Frau gäbe an jedem einzelnen Tag so viele eigene Körper hin, wie es Sandkörner im Ganges gibt, und gäbe während so vieler Zeitalter, wie es Sandkörner im Ganges gibt, immer wieder den eigenen Körper hin. Wenn dagegen ein anderer guter Mann oder eine andere gute Frau aus diesem Lehrweg auch nur eine Strophe von vier Verszeilen annimmt und bewahrt, liest und rezitiert, sie vollständig durchdringt und beherrscht, sie anderen ausführlich verkündet und erläutert und sie der Wirklichkeit entsprechend betrachtet, dann ist die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst unermesslich und unzählbar größer als die vorherige.“

Zu jener Zeit hörte der Ehrwürdige Subhūti aufgrund der Kraft der Lehre diese Worte. Er begann vor Mitgefühl zu weinen, ließ Tränen fallen, neigte und hob den Kopf, wischte seine Tränen ab und sprach zum Buddha:

„Äußerst erstaunlich und selten ist dies, Erhabener! In höchstem Maße selten ist dies, Vollkommen Gegangener! Das Lehrtor, das der Tathāgata jetzt dargelegt hat, bringt allen, die zum höchsten Fahrzeug aufbrechen, Nutzen und Wohlergehen. Es bringt allen, die zum vorzüglichsten Fahrzeug aufbrechen, Nutzen und Wohlergehen.

Erhabener! Seit in mir Erkenntnis entstanden ist, habe ich noch nie ein solches Lehrtor gehört. Erhabener! Wenn Wesen diese so tiefgründige Schrift hören und dabei eine Vorstellung von Wahrheit entstehen lassen, soll man wissen, dass sie etwas in höchstem Maße Seltenes verwirklicht haben. Warum? 

Erhabener! Was Vorstellungen von Wahrheit, Vorstellungen von Wahrheit genannt wird, hat der Tathāgata als Nicht-Vorstellungen bezeichnet. Daher spricht der Tathāgata von Vorstellungen von Wahrheit, Vorstellungen von Wahrheit.

Erhabener! Dass ich jetzt dieses Lehrtor höre, es aufnehme, verstehe, ihm vertraue und es erfasse, ist noch nichts Seltenes. Wenn jedoch Wesen in einer zukünftigen Welt, zu einer späteren Zeit, in einer späteren Periode, in den späteren fünfhundert Jahren, wenn die wahre Lehre dem Erlöschen entgegengeht, dieses so tiefgründige Lehrtor aufnehmen, verstehen, ihm vertrauen, es erfassen, bewahren, lesen, rezitieren und vollständig durchdringen, es ferner anderen ausführlich verkünden und erklären und darüber in rechter Weise nachdenken, soll man wissen, dass sie etwas in höchstem Maße Seltenes verwirklicht haben.

Warum? Erhabener! Bei diesen Wesen ist keine Vorstellung von einem Selbst wirksam. Ebenso sind bei ihnen keine Vorstellungen von einem Wesen, einem Lebenden, einer Person, einem Individuum, einem geistgeborenen Wesen, einem jungen Menschen, einem Handelnden oder einem Erfahrenden wirksam. Warum ist das so? Erhabener! Alle Vorstellungen von einem Selbst sind Nicht-Vorstellungen. Alle Vorstellungen von einem Wesen, einem Lebenden, einer Person, einem Individuum, einem geistgeborenen Wesen, einem jungen Menschen, einem Handelnden oder einem Erfahrenden sind Nicht-Vorstellungen. Warum? Alle Buddhas, die Erhabenen, sind von allen Vorstellungen frei.“

Nachdem er dies gesagt hatte, sprach der Erhabene zum Ehrwürdigen Subhūti:

„So ist es! So ist es, Subhūti! Wenn Wesen diese so tiefgründige Schrift hören und weder erschrecken noch sich fürchten noch von Angst erfüllt werden, soll man wissen, dass sie etwas in höchstem Maße Seltenes verwirklicht haben.

Warum? Subhūti! Der Tathāgata lehrt die höchste Vollkommenheit, nämlich die Vollkommenheit der Weisheit. Subhūti! Die höchste Vollkommenheit, die der Tathāgata lehrt, wird auch von unermesslich vielen Buddhas, den Erhabenen, gemeinsam verkündet. Daher wird sie höchste Vollkommenheit genannt. 

Der Tathāgata lehrt, dass die höchste Vollkommenheit keine Vollkommenheit ist. Daher spricht der Tathāgata von der höchsten Vollkommenheit.

Ferner, Subhūti! Der Tathāgata lehrt, dass die Vollkommenheit der Geduld keine Vollkommenheit ist. Daher spricht der Tathāgata von der Vollkommenheit der Geduld.

Warum? Subhūti! In einer früheren vergangenen Welt schnitt König Kali mir einst die Glieder und das Fleisch vom Körper. Zu jener Zeit hatte ich keinerlei Vorstellung von einem Selbst, einem Wesen, einem Lebenden, einer Person, einem Individuum, einem geistgeborenen Wesen, einem jungen Menschen, einem Handelnden oder einem Erfahrenden. Zu jener Zeit hatte ich überhaupt keine Vorstellung, doch ebenso wenig hatte ich keine Vorstellung.

Warum? Subhūti! Hätte ich zu jener Zeit eine Vorstellung von einem Selbst gehabt, wäre zu jener Zeit eine Vorstellung von Zorn entstanden. Hätte ich zu jener Zeit eine Vorstellung von einem Wesen, einem Lebenden, einer Person, einem Individuum, einem geistgeborenen Wesen, einem jungen Menschen, einem Handelnden oder einem Erfahrenden gehabt, wäre zu jener Zeit eine Vorstellung von Zorn entstanden.

Warum? Subhūti! Ich erinnere mich, dass ich während fünfhundert früherer Leben den Namen ‚Weiser der Geduld‘ trug. Zu jener Zeit hatte ich keinerlei Vorstellung von einem Selbst, einem Wesen, einem Lebenden, einer Person, einem Individuum, einem geistgeborenen Wesen, einem jungen Menschen, einem Handelnden oder einem Erfahrenden. 

Zu jener Zeit hatte ich überhaupt keine Vorstellung, doch ebenso wenig hatte ich keine Vorstellung.

Daher, Subhūti, soll ein Bodhisattva-Mahāsattva alle Vorstellungen weit hinter sich lassen und den Geist auf das höchste vollkommene Erwachen richten. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne bei Formen zu verweilen. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne beim Nicht-Förmlichen zu verweilen. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne bei Klängen, Gerüchen, Geschmäckern, Berührungen und geistigen Erscheinungen zu verweilen. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne beim Nichtvorhandensein von Klängen, Gerüchen, Geschmäckern, Berührungen und geistigen Erscheinungen zu verweilen. Er soll seinen Geist entstehen lassen, ohne irgendwo zu verweilen.

Warum? Subhūti! Jedes Verweilen ist kein wahres Verweilen. Daher lehrt der Tathāgata, dass die Bodhisattvas freigebig geben sollen, ohne irgendwo zu verweilen. Sie sollen nicht bei Formen, Klängen, Gerüchen, Geschmäckern, Berührungen oder geistigen Erscheinungen verweilen, während sie freigebig geben.

Ferner, Subhūti! Ein Bodhisattva-Mahāsattva soll in dieser Weise freigebig geben, um den Wesen Nutzen und Wohlergehen zu bringen.

Warum? Subhūti! Vorstellungen von Wesen sind Nicht-Vorstellungen. Alle Wesen bezeichnet der Tathāgata als Nicht-Wesen. Subhūti! Der Tathāgata spricht wahrhaftige Worte, zuverlässige Worte, wirklichkeitsgemäße Worte und Worte, die nicht anders sind.

Ferner, Subhūti! Die Lehre, die der Tathāgata unmittelbar und vollkommen verwirklicht hat, die von ihm gelehrte Lehre und die von ihm bedachte Lehre sind darin weder wahr noch falsch.

Subhūti! Es ist wie bei einem Menschen, der einen dunklen Raum betritt und überhaupt nichts sieht. Ebenso ist es, wenn ein Bodhisattva den Dingen verfällt, das heißt, wenn er freigebig gibt und dabei den Dingen verhaftet ist.

Subhūti! Es ist wie bei einem Menschen mit gesunden Augen, der nach dem Ende der Nacht im Licht der aufgehenden Sonne die verschiedenen Formen sieht. Ebenso ist es, wenn ein Bodhisattva den Dingen nicht verfällt, das heißt, wenn er freigebig gibt, ohne den Dingen verhaftet zu sein.“

„Ferner, Subhūti: Wenn ein guter Mann oder eine gute Frau dieses Lehrtor annimmt und bewahrt, liest und rezitiert, es vollständig durchdringt und beherrscht, es anderen ausführlich verkündet und erklärt und darüber in rechter Weise nachdenkt, dann erkennt der Tathāgata diesen Menschen vollständig mit seiner Buddhaweisheit, dann sieht der Tathāgata diesen Menschen vollständig mit seinem Buddhaauge, dann nimmt der Tathāgata diesen Menschen vollständig wahr. Alle diese Wesen werden eine unermessliche Ansammlung von Verdienst hervorbringen.

Ferner, Subhūti: Angenommen, ein guter Mann oder eine gute Frau würde am frühen Morgen so viele eigene Körper hingeben, wie es Sandkörner im Ganges gibt, zur Mittagszeit erneut so viele eigene Körper hingeben, wie es Sandkörner im Ganges gibt, und am späten Tag ebenfalls so viele eigene Körper hingeben, wie es Sandkörner im Ganges gibt. Wenn diese Person auf diese Weise während hunderttausend Koṭis von Nayutas von Zeitaltern ihren eigenen Körper hingäbe, und wenn jemand von der Verkündung dieses Lehrtors hörte und es nicht verleumdete, dann wäre die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst bereits unermesslich und unzählbar größer als die zuvor genannte. Wie viel mehr gilt dies für jemanden, der dieses Lehrtor vollständig und endgültig erfasst, es niederschreibt, annimmt und bewahrt, liest und rezitiert, vollständig durchdringt und beherrscht, es anderen ausführlich verkündet und erklärt und darüber in rechter Weise nachdenkt.

Ferner, Subhūti: Dieses Lehrtor ist unvorstellbar und unermesslich. Man soll eine unvorstellbare karmische Reifung erwarten, die daraus hervorgeht. Subhūti, der Tathāgata verkündet dieses Lehrtor, um den Wesen zu nutzen, die zum höchsten Fahrzeug streben, und um den Wesen zu nutzen, die zum vortrefflichsten Fahrzeug streben.

Subhūti, wenn jemand dieses Lehrtor annimmt und bewahrt, liest und rezitiert, vollständig durchdringt und beherrscht, es anderen ausführlich verkündet und erklärt und darüber in rechter Weise nachdenkt, dann erkennt der Tathāgata diesen Menschen vollständig mit seiner Buddhaweisheit, dann sieht der Tathāgata diesen Menschen vollständig mit seinem Buddhaauge, dann nimmt der Tathāgata diesen Menschen vollständig wahr. Alle diese Wesen verwirklichen eine unermessliche Ansammlung von Verdienst. Sie alle werden eine unvorstellbare, unermessliche und grenzenlose Ansammlung von Verdienst verwirklichen.

Subhūti, alle diese Wesen tragen die unübertroffene vollkommene Erwachung des Tathāgata auf ihren Schultern. Warum ist das so? Subhūti, dieses Lehrtor kann von Wesen mit geringer und minderwertiger Überzeugung und Einsicht nicht gehört werden. Es kann nicht von denen gehört werden, die an der Ansicht eines Ich, an der Ansicht eines Wesens, an der Ansicht eines Lebenden, an der Ansicht einer Person, an der Ansicht eines Individuums, an der Ansicht eines geistgeborenen Wesens, an der Ansicht eines jungen Menschen, an der Ansicht eines Handelnden oder an der Ansicht eines Erfahrenden festhalten. Dass solche Menschen dieses Lehrtor annehmen und bewahren, lesen und rezitieren, vollständig durchdringen und beherrschen, es anderen ausführlich verkünden und erklären und darüber in rechter Weise nachdenken, ist unmöglich.

Ferner, Subhūti: An jedem Ort, an dem diese Schrift dargelegt wird, soll dieser Ort von den Göttern, Menschen, Asuras und anderen Wesen der Welt verehrt und geehrt werden. Sie sollen ihn rechtsherum umschreiten wie einen Schrein des Buddha.

Ferner, Subhūti: Wenn ein guter Mann oder eine gute Frau diese Schrift annimmt und bewahrt, liest und rezitiert, vollständig durchdringt und beherrscht, sie anderen ausführlich verkündet und erklärt und darüber in rechter Weise nachdenkt, kann diese Person verachtet und sogar äußerst verachtet werden.

Warum ist das so? Subhūti, die unreinen Handlungen, welche diese Wesen in früheren Leben begangen haben und deren Folgen sie in leidvolle Daseinsbereiche führen müssten, werden vollständig ausgelöscht, weil sie bereits in diesem Leben Verachtung erfahren. Sie werden die unübertroffene vollkommene Erwachung erlangen.

Warum ist das so? Subhūti, ich erinnere mich, dass ich in der Vergangenheit, vor unzähligen Zeitaltern und noch unzählige Zeitalter davor, lange vor dem Tathāgata, dem Arhat und vollkommen Erwachten Dīpaṃkara, vierundachtzig Koṭis von Nayutas von hunderttausend Buddhas begegnete. Ihnen allen diente ich, und nachdem ich ihnen gedient hatte, verstieß ich gegen keinen von ihnen.

Subhūti, allen diesen Buddhas, den Erhabenen, konnte ich dienen, und nachdem ich ihnen gedient hatte, verstieß ich gegen keinen von ihnen. Wenn aber in späterer Zeit, in einem späteren Abschnitt, in den letzten fünfhundert Jahren, wenn die wahre Lehre ihrem Erlöschen entgegengeht, Wesen diese Schrift annehmen und bewahren, lesen und rezitieren, vollständig durchdringen und beherrschen, sie anderen ausführlich verkünden und erklären und darüber in rechter Weise nachdenken, dann reicht, Subhūti, meine frühere Ansammlung von Verdienst nicht an den hundertsten Teil ihrer Ansammlung von Verdienst heran. Ebenso wenig reicht sie an deren tausendsten Teil, hunderttausendsten Teil, einen Teil von hunderttausend Koṭis, einen Teil von hunderttausend Koṭis von Nayutas, einen zahlenmäßigen Teil, einen berechneten Teil, einen rechnerisch bestimmten Teil, einen durch ein Gleichnis bezeichneten Teil oder einen Upaniṣad-Teil heran.

Subhūti, würde ich die Ansammlung von Verdienst vollständig darlegen, die zu jener Zeit von einem solchen guten Mann oder einer solchen guten Frau hervorgebracht und in sich aufgenommen wird, dann würden manche Wesen verwirrt, benommen, im Geist verstört und außer sich geraten.

Deshalb, Subhūti, verkündet der Tathāgata, dass dieses Lehrtor unvorstellbar und unermesslich ist. Man soll eine unvorstellbare karmische Reifung erwarten, die daraus hervorgeht.“

Da sprach der Ehrwürdige Subhūti erneut zum Buddha: „Erhabener! Wie sollen diejenigen verweilen, die zum Bodhisattva-Fahrzeug aufgebrochen sind? Wie sollen sie üben? Wie sollen sie ihren Geist zügeln?“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Diejenigen, die zum Bodhisattva-Fahrzeug aufgebrochen sind, sollen folgenden Geist hervorbringen: ‚Ich werde alle fühlenden Wesen im wunderbaren Nirvāṇa-Bereich ohne verbleibende Grundlage vollständig ins Nirvāṇa führen. Doch obwohl ich alle diese fühlenden Wesen auf diese Weise zur Erlöschung geführt habe, gibt es kein fühlendes Wesen, das zur Erlöschung gelangt ist.‘

Warum ist das so? Subhūti! Wenn sich bei einem Bodhisattva-Mahāsattva die Vorstellung von einem fühlenden Wesen regt, sollte er nicht Bodhisattva-Mahāsattva genannt werden. Warum ist das so? Ein Bodhisattva-Mahāsattva sollte nicht sagen, dass sich in ihm die Vorstellung von einem fühlenden Wesen regt. Dasselbe gilt für die Vorstellung von einem Lebewesen, die Vorstellung von einer Person, die Vorstellung von einem Individuum, die Vorstellung von einem geistgeborenen Wesen, die Vorstellung von einem jungen Menschen, die Vorstellung von einem Handelnden und die Vorstellung von einem Erfahrenden. Warum ist das so? Subhūti! Es gibt nicht das geringste Dharma, das ‚jemand, der zum Bodhisattva-Fahrzeug aufgebrochen ist‘ genannt werden könnte.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Gab es damals, als der Tathāgata beim Tathāgata Dīpaṃkara, dem Würdigen, dem vollkommen Erwachten, weilte, auch nur das geringste Dharma, durch das er die unübertroffene vollkommene Erwachung verwirklichen konnte?“

Nachdem dies gesagt worden war, sprach der Ehrwürdige Subhūti zum Buddha: „Erhabener! So wie ich den Sinn dessen verstehe, was der Buddha gelehrt hat, gab es damals, als der Tathāgata beim Tathāgata Dīpaṃkara, dem Würdigen, dem vollkommen Erwachten, weilte, nicht das geringste Dharma, durch das er die unübertroffene vollkommene Erwachung verwirklichen konnte.“

Nachdem dies gesagt worden war, sprach der Buddha zum Ehrwürdigen Subhūti: „So ist es! So ist es, Subhūti! Damals, als der Tathāgata beim Tathāgata Dīpaṃkara, dem Würdigen, dem vollkommen Erwachten, weilte, gab es nicht das geringste Dharma, durch das er die unübertroffene vollkommene Erwachung verwirklichen konnte.

Warum ist das so? Subhūti! Wenn es damals, als der Tathāgata beim Tathāgata Dīpaṃkara, dem Würdigen, dem vollkommen Erwachten, weilte, auch nur das geringste Dharma gegeben hätte, durch das er die unübertroffene vollkommene Erwachung verwirklichen konnte, dann hätte der Tathāgata Dīpaṃkara, der Würdige, der vollkommen Erwachte, mir nicht die Prophezeiung erteilt: ‚Junger Mann, in einer künftigen Welt wirst du Śākyamuni genannt werden, der Tathāgata, der Würdige, der vollkommen Erwachte.‘

Subhūti! Weil es für den Tathāgata nicht das geringste Dharma gab, durch das er die unübertroffene vollkommene Erwachung verwirklichen konnte, erteilte mir der Tathāgata Dīpaṃkara, der Würdige, der vollkommen Erwachte, die Prophezeiung: ‚Junger Mann, in einer künftigen Welt wirst du Śākyamuni genannt werden, der Tathāgata, der Würdige, der vollkommen Erwachte.‘

Warum ist das so? Subhūti! Der Ausdruck ‚Tathāgata‘ ist eine Bezeichnung für die wirkliche Soheit. Der Ausdruck ‚Tathāgata‘ ist eine Bezeichnung für die ungeborene Natur der Dharmas. Der Ausdruck ‚Tathāgata‘ ist eine Bezeichnung für den endgültig unterbrochenen Weg. Der Ausdruck ‚Tathāgata‘ ist eine Bezeichnung für das endgültige Nichtentstehen. Warum ist das so? Subhūti! Das wirkliche Nichtentstehen ist der höchste Sinn.

Subhūti! Wenn jemand sagt, der Tathāgata, der Würdige, der vollkommen Erwachte, könne die unübertroffene vollkommene Erwachung verwirklichen, dann wisse, dass diese Aussage nicht wahr ist. Warum ist das so? Subhūti! Denn damit verleumdet er mich und hält an einer unwahren Auffassung fest. Warum ist das so? Subhūti! Es gibt nicht das geringste Dharma, durch das der Tathāgata, der Würdige, der vollkommen Erwachte, die unübertroffene vollkommene Erwachung verwirklichen könnte.

Subhūti! Das Dharma, das der Tathāgata unmittelbar und vollkommen verwirklicht, das Dharma, das er lehrt, oder das Dharma, das er erwägt, ist darin weder wahr noch falsch. Deshalb sagt der Tathāgata, dass alle Dharmas Buddha-Dharmas sind.

Subhūti! Was ‚alle Dharmas, alle Dharmas‘ genannt wird, bezeichnet der Tathāgata als Nicht-alle-Dharmas. Deshalb nennt der Tathāgata es ‚alle Dharmas, alle Dharmas‘.“

Der Buddha sprach zu Subhūti:

„Es ist wie bei einem Menschen, dessen Körper ein großer Körper ist.“

Der Ehrwürdige Subhūti sprach sogleich zum Buddha: „Erhabener! Den Menschen, dessen Körper der Tathāgata als großen Körper bezeichnet, erklärt der Tathāgata als Nicht-Körper. Deshalb wird er ‚ein Körper, der ein großer Körper ist‘ genannt.“

Der Buddha sprach: „So ist es! So ist es, Subhūti! Wenn Bodhisattvas sagen:

‚Ich werde unermesslich viele fühlende Wesen zur Erlöschung führen‘, dann sollten sie nicht Bodhisattvas genannt werden. Warum ist das so? Subhūti! Gibt es auch nur das geringste Dharma, das ‚Bodhisattva‘ genannt werden könnte?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener! Es gibt nicht das geringste Dharma, das ‚Bodhisattva‘ genannt werden könnte.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was ‚fühlende Wesen, fühlende Wesen‘ genannt wird, bezeichnet der Tathāgata als Nicht-Wesen. Deshalb wird es ‚fühlende Wesen‘ genannt. Daher sagt der Tathāgata, dass es in allen Dharmas kein fühlendes Wesen, kein Lebewesen, keine Person und kein Individuum gibt.

Subhūti! Dasselbe gilt, wenn Bodhisattvas sagen: ‚Ich werde die verdienstvollen Zierden eines Buddha-Landes vollenden.‘ Warum ist das so? Subhūti! Was ‚die verdienstvollen Zierden eines Buddha-Landes, die verdienstvollen Zierden eines Buddha-Landes‘ genannt wird, bezeichnet der Tathāgata als Nicht-Zierde. Deshalb nennt der Tathāgata es ‚die verdienstvollen Zierden eines Buddha-Landes, die verdienstvollen Zierden eines Buddha-Landes‘.

Subhūti! Bodhisattvas, die tiefes Vertrauen und Verständnis hinsichtlich der Ichlosigkeit der Dharmas besitzen, nennt der Tathāgata, der Würdige, der vollkommen Erwachte, ‚Bodhisattvas, Bodhisattvas‘.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Besitzt der Tathāgata das fleischliche Auge?“

Subhūti antwortete: „Ja, Erhabener! Der Tathāgata besitzt das fleischliche Auge.“

Der Buddha fragte: „Subhūti, was meinst du? Besitzt der Tathāgata das göttliche Auge?“

Subhūti antwortete: „Ja, Erhabener! Der Tathāgata besitzt das göttliche Auge.“

Der Buddha fragte: „Subhūti, was meinst du? Besitzt der Tathāgata das Auge der Weisheit?“

Subhūti antwortete: „Ja, Erhabener! Der Tathāgata besitzt das Auge der Weisheit.“

Der Buddha fragte: „Subhūti, was meinst du? Besitzt der Tathāgata das Auge des Dharma?“

Subhūti antwortete: „Ja, Erhabener! Der Tathāgata besitzt das Auge des Dharma.“

Der Buddha fragte: „Subhūti, was meinst du? Besitzt der Tathāgata das Buddha-Auge?“

Subhūti antwortete: „Ja, Erhabener! Der Tathāgata besitzt das Buddha-Auge.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Bezeichnet der Tathāgata all die Sandkörner im Ganges als Sand?“

Subhūti antwortete: „Ja, Erhabener! Ja, Wohlgegangener! Der Tathāgata bezeichnet sie als Sand.“

Der Buddha sagte: „Subhūti, was meinst du? Angenommen, es gäbe so viele Gangesströme, wie es Sandkörner im Ganges gibt. Und angenommen, es gäbe so viele Welten, wie es Sandkörner in all diesen Gangesströmen gibt. Wäre die Zahl dieser Welten groß?“

Subhūti antwortete: „Ja, Erhabener! Ja, Wohlgegangener! Die Zahl dieser Welten wäre überaus groß.“

Der Buddha sagte: „Subhūti, bei allen Lebewesen in so vielen Welten, deren Gedankenströme jeweils verschieden sind, kenne ich jeden einzelnen Gedankenstrom vollständig. Warum? Subhūti, was Gedankenstrom genannt wird, bezeichnet der Tathāgata als Nicht-Gedankenstrom. Deshalb nennt der Tathāgata ihn Gedankenstrom. Warum ist das so? Subhūti, der vergangene Gedanke ist nicht zu erfassen, der zukünftige Gedanke ist nicht zu erfassen und der gegenwärtige Gedanke ist nicht zu erfassen.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Wenn ein guter Mann oder eine gute Frau diese dreitausendfach große Tausendwelt vollständig mit den sieben Kostbarkeiten füllte und sie dem Tathāgata, dem Verehrungswürdigen, dem vollkommen Erwachten darbrächte, wäre die durch diese Ursache hervorgebrachte Ansammlung von Verdienst groß?“

Subhūti antwortete: „Sehr groß, Erhabener! Sehr groß!“

Der Buddha sagte: „Subhūti, so ist es, so ist es. Die durch diese Ursache hervorgebrachte Ansammlung von Verdienst dieses guten Mannes oder dieser guten Frau wäre ihrem Umfang nach sehr groß. Warum? Subhūti, gäbe es eine Ansammlung von Verdienst, würde der Tathāgata sie nicht als Ansammlung von Verdienst bezeichnen.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Kann der Tathāgata anhand der vollkommenen Gestalt seines sichtbaren Körpers betrachtet werden?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener! Der Tathāgata kann nicht anhand der vollkommenen Gestalt seines sichtbaren Körpers betrachtet werden. Warum? Erhabener, was vollkommene Gestalt des sichtbaren Körpers genannt wird, bezeichnet der Tathāgata als nicht vollkommen. Deshalb nennt der Tathāgata sie vollkommene Gestalt des sichtbaren Körpers.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Kann der Tathāgata anhand der Vollständigkeit seiner Merkmale betrachtet werden?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener! Der Tathāgata kann nicht anhand der Vollständigkeit seiner Merkmale betrachtet werden. Warum? Erhabener, was Vollständigkeit der Merkmale genannt wird, bezeichnet der Tathāgata als Nicht-Vollständigkeit der Merkmale. Deshalb nennt der Tathāgata sie Vollständigkeit der Merkmale.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Denkt der Tathāgata etwa: ‚Ich werde eine Lehre darlegen‘? Subhūti, du sollst dies nicht auf diese Weise betrachten. Warum? Subhūti, wer sagt, der Tathāgata habe eine Lehre dargelegt, verleumdet mich und hat meine Aussage nicht richtig verstanden. Warum? Subhūti, was Darlegung der Lehre genannt wird, heißt Darlegung der Lehre, weil keine Lehre zu erfassen ist.“

Da sprach der ehrwürdige Subhūti zum Buddha: „Erhabener! Wird es in einer zukünftigen Zeit, in der späteren Periode, in den letzten fünfhundert Jahren, wenn die wahre Lehre ihrem Erlöschen entgegengeht und die Zeiten sich wandeln, Lebewesen geben, die eine Lehre dieser Art hören und tiefes Vertrauen in sie entwickeln können?“

Der Buddha sagte: „Subhūti, sie sind weder Lebewesen noch Nicht-Lebewesen. Warum? Subhūti, was alle Lebewesen genannt wird, bezeichnet der Tathāgata als Nicht-Lebewesen. Deshalb werden sie alle Lebewesen genannt.“

Der Buddha fragte Subhūti: „Was meinst du? Gibt es auch nur irgendeine geringe Lehre, durch deren unmittelbare Verwirklichung der Tathāgata, der Verehrungswürdige, der vollkommen Erwachte, das unübertreffliche vollkommene Erwachen erlangt hat?“

Der ehrwürdige Subhūti sprach zum Buddha: „Erhabener! So wie ich die Bedeutung der Worte des Buddha verstehe, gibt es auch nicht die geringste Lehre, durch deren unmittelbare Verwirklichung der Tathāgata, der Verehrungswürdige, der vollkommen Erwachte, das unübertreffliche vollkommene Erwachen erlangt hat.“

Der Buddha sprach: „Subhūti, so ist es, so ist es. Da es darin auch nicht das geringste Phänomen gibt, das vorhanden wäre oder erlangt werden könnte, wird es höchste, vollkommen vollständige Erwachung genannt.

Weiter, Subhūti: Dieses Dharma ist gleich, und in ihm gibt es nichts Ungleiches. Deshalb wird es höchste, vollkommen vollständige Erwachung genannt. Weil die Wesenlosigkeit eines Selbst, die Wesenlosigkeit eines fühlenden Wesens, die Wesenlosigkeit eines Lebenden, die Wesenlosigkeit einer Person und die Wesenlosigkeit eines Individuums gleichermaßen bestehen, wird es höchste, vollkommen vollständige Erwachung genannt. Es gibt kein heilsames Dharma, das nicht unmittelbar verwirklicht wird, und kein heilsames Dharma, das nicht vollkommen erkannt wird.

Subhūti, was als heilsame Dharmas bezeichnet wird, hat der Tathāgata vollständig als Nicht-Dharmas bezeichnet. Deshalb spricht der Tathāgata von heilsamen Dharmas.

Weiter, Subhūti: Angenommen, ein guter Mann oder eine gute Frau häufte die sieben Kostbarkeiten zu einer Menge an, die so groß wäre wie alle Könige der Berge Sumeru in einem dreitausendfachen großen Tausendweltsystem, und gäbe sie als Gabe hin. Ein anderer guter Mann oder eine andere gute Frau aber würde aus diesem Sūtra der Vollkommenheit der Weisheit auch nur eine Strophe aus vier Verszeilen annehmen, bewahren, lesen und rezitieren, sie vollständig verstehen und sicher beherrschen sowie sie anderen ausführlich verkünden und erklären und sie in rechter Weise betrachten.

Subhūti, die zuvor genannte Ansammlung von Verdienst erreicht nicht einmal ein Hundertstel dieser Ansammlung von Verdienst. Ebenso erreicht sie weder ein Tausendstel noch ein Hunderttausendstel, noch ein Hunderttausendstel von einer Koṭi, noch ein Hunderttausendstel von einer Koṭi Nayutas. Sie erreicht weder einen zahlenmäßigen noch einen berechneten, ausgerechneten, vergleichsweisen oder Upaniṣad-Anteil davon.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Denkt der Tathāgata etwa: ‚Ich werde die fühlenden Wesen zur Befreiung führen‘?

Subhūti, du sollst dies nicht so betrachten. Warum? Subhūti, es gibt auch nicht das geringste fühlende Wesen, das vom Tathāgata zur Befreiung geführt wird. Würde es fühlende Wesen geben, die der Tathāgata zur Befreiung führt, dann hätte der Tathāgata ein Festhalten an einem Selbst, ein Festhalten an einem fühlenden Wesen, ein Festhalten an einem Lebenden, ein Festhalten an einer Person und ein Festhalten an einem Individuum.

Subhūti, das sogenannte Festhalten an einem Selbst und Ähnlichem hat der Tathāgata als Nicht-Festhalten bezeichnet. Deshalb wird es Festhalten an einem Selbst und Ähnlichem genannt. Die törichten gewöhnlichen Wesen jedoch halten beharrlich daran fest.

Subhūti, die sogenannten törichten gewöhnlichen Wesen hat der Tathāgata als Nicht-Wesen bezeichnet. Deshalb werden sie törichte gewöhnliche Wesen genannt.“

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Kann der Tathāgata anhand der Vollständigkeit der Merkmale betrachtet werden?“

Subhūti antwortete: „So wie ich den Sinn dessen verstehe, was der Buddha gelehrt hat, sollte man den Tathāgata nicht anhand der Vollständigkeit der Merkmale betrachten.“

Der Buddha sprach: „Gut, Subhūti, gut! So ist es, so ist es. Es ist so, wie du gesagt hast. Man sollte den Tathāgata nicht anhand der Vollständigkeit der Merkmale betrachten.

Subhūti, wenn man den Tathāgata anhand der Vollständigkeit der Merkmale betrachten könnte, dann müsste auch ein heiliger Weltenherrscher ein Tathāgata sein. Deshalb sollte man den Tathāgata nicht anhand der Vollständigkeit der Merkmale betrachten. Vielmehr sollte man den Tathāgata betrachten, indem man die Merkmale als Nicht-Merkmale erkennt.“

Daraufhin sprach der Erhabene folgende Verse: „Wer mich durch körperliche Gestalt betrachtet und mich im Klang der Stimme sucht, der beschreitet einen falschen Weg und kann mich nicht sehen.

Man soll die Dharma-Natur des Buddha betrachten; sie ist der Dharma-Körper des Lehrers. Die Dharma-Natur ist kein Gegenstand des Erkennens; deshalb können jene sie nicht verstehen.“ 

Der Buddha sprach zu Subhūti: „Was meinst du? Hat der Tathāgata, der Verehrungswürdige, der vollkommen Erwachte, aufgrund der Vollständigkeit der Merkmale die höchste, vollkommen vollständige Erwachung unmittelbar verwirklicht?

Subhūti, du sollst dies nicht so betrachten. Warum? Subhūti, der Tathāgata, der Verehrungswürdige, der vollkommen Erwachte, hat die höchste, vollkommen vollständige Erwachung nicht aufgrund der Vollständigkeit der Merkmale unmittelbar verwirklicht.

Weiter, Subhūti: Stellen jene, die den Weg des Bodhisattva-Fahrzeugs eingeschlagen haben, auch nur das geringste Dharma als zerstört oder vernichtet dar?

Subhūti, du sollst dies nicht so betrachten. Jene, die den Weg des Bodhisattva-Fahrzeugs eingeschlagen haben, stellen niemals auch nur das geringste Dharma als zerstört oder vernichtet dar.

Weiter, Subhūti: Angenommen, ein guter Mann oder eine gute Frau füllte so viele Welten, wie es Sandkörner im Ganges gibt, mit den sieben Kostbarkeiten und brächte sie dem Tathāgata, dem Verehrungswürdigen, dem vollkommen Erwachten, als Gabe dar. Wenn aber ein Bodhisattva gegenüber allen selbstlosen und ungeborenen Dharmas geduldige Annahme erlangt, dann ist die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst weitaus größer als jene.

Weiter, Subhūti: Ein Bodhisattva sollte sich keine Ansammlung von Verdienst aneignen.“

Der ehrwürdige Subhūti sprach daraufhin zum Buddha:

„Erhabener, weshalb sollte ein Bodhisattva sich keine Ansammlung von Verdienst aneignen?“

Der Buddha sprach: „Subhūti, was angeeignet werden sollte, sollte nicht angeeignet werden. Deshalb wird es das genannt, was angeeignet werden sollte.

Weiter, Subhūti: Wenn jemand sagt, der Tathāgata gehe, komme, stehe, sitze oder liege, dann versteht dieser Mensch den Sinn meiner Lehre nicht. Warum? Subhūti, der Ausdruck ‚Tathāgata‘ ist eine Bezeichnung für die Wirklichkeit und das So-Sein. Er geht nirgendwohin und kommt von nirgendwoher. 

Deshalb wird er Tathāgata, Verehrungswürdiger und vollkommen Erwachter genannt. Weiter, Subhūti: Angenommen, ein guter Mann oder eine gute Frau nähme so viele Welten, wie es feinste Staubteilchen in allen Erdböden von dreitausendfachen großen Tausendweltsystemen gibt, und zerriebe die körperlichen Erscheinungen dieser unzähligen Welten zu einer Masse feinster Teilchen, gleich Tinte.

Subhūti, was meinst du? Wäre diese Masse feinster Teilchen groß?“

Subhūti antwortete: „Diese Ansammlung kleinster Teilchen ist sehr groß, Erhabener! Sehr groß, Wohlgegangener! Weshalb? Erhabener, wenn die Ansammlung kleinster Teilchen wirklich vorhanden wäre, hätte der Buddha sie nicht eine Ansammlung kleinster Teilchen genannt. Weshalb? Was der Tathāgata eine Ansammlung kleinster Teilchen nennt, ist keine Ansammlung. Deshalb wird sie eine Ansammlung kleinster Teilchen genannt.

Was der Tathāgata ein dreitausendfaches großes Tausendweltsystem nennt, ist kein Weltsystem. Deshalb wird es ein dreitausendfaches großes Tausendweltsystem genannt. Weshalb? Erhabener, wenn ein Weltsystem wirklich vorhanden wäre, wäre dies ein Festhalten an einer zusammengesetzten Einheit. Was der Tathāgata ein Festhalten an einer zusammengesetzten Einheit nennt, ist kein Festhalten. Deshalb wird es ein Festhalten an einer zusammengesetzten Einheit genannt.“

Der Buddha sagte: „Subhūti, dieses Festhalten an einer zusammengesetzten Einheit kann nicht in Worte gefasst und nicht durch begriffliche Erörterung erfasst werden. Dennoch halten alle unwissenden gewöhnlichen Wesen mit Nachdruck daran fest.

Weshalb? Subhūti, wenn jemand sagt: ‚Der Tathāgata lehrt die Ansicht von einem Selbst, die Ansicht von einem fühlenden Wesen, die Ansicht von einem Lebewesen, die Ansicht von einer Person, die Ansicht von einem Pudgala, die Ansicht von einem geistgezeugten Wesen, die Ansicht von einem Māṇava, die Ansicht von einem Handelnden und die Ansicht von einem Erfahrenden‘ – was meinst du? Ist eine solche Aussage richtig?“

Subhūti antwortete: „Nein, Erhabener! Nein, Wohlgegangener! Eine solche Aussage ist nicht richtig. Weshalb? Was der Tathāgata die Ansicht von einem Selbst, die Ansicht von einem fühlenden Wesen, die Ansicht von einem Lebewesen, die Ansicht von einer Person, die Ansicht von einem Pudgala, die Ansicht von einem geistgezeugten Wesen, die Ansicht von einem Māṇava, die Ansicht von einem Handelnden und die Ansicht von einem Erfahrenden nennt, ist keine Ansicht. Deshalb wird sie die Ansicht von einem Selbst bis hin zur Ansicht von einem Erfahrenden genannt.“

Der Buddha sagte zu Subhūti: „Diejenigen, die sich auf den Weg des Bodhisattva-Fahrzeugs begeben haben, sollen alle Gegebenheiten auf diese Weise erkennen, auf diese Weise sehen und auf diese Weise gläubig verstehen. So sollen sie nicht bei der Vorstellung von Gegebenheiten verweilen.

Weshalb? Subhūti, was als Vorstellung von Gegebenheiten bezeichnet wird, nennt der Tathāgata keine Vorstellung. Deshalb nennt der Tathāgata sie Vorstellung von Gegebenheiten.

Ferner, Subhūti: Angenommen, ein Bodhisattva-Mahāsattva füllte unermesslich und unzählbar viele Weltsysteme mit den sieben Kostbarkeiten und brächte sie dem Tathāgata, dem Verehrungswürdigen, dem vollkommen und vollständig Erwachten, als Gabe dar.

Wenn dagegen ein guter Mann oder eine gute Frau aus diesem Sūtra der Vollkommenheit der Weisheit auch nur eine Strophe aus vier Verszeilen annimmt und bewahrt, liest und rezitiert, sie vollständig versteht, über sie in rechter Weise nachdenkt und sie anderen ausführlich verkündet und darlegt, dann ist die durch diese Ursache entstandene Ansammlung von Verdienst unermesslich und unzählbar viel größer als die zuvor genannte. Wie soll man sie anderen verkünden und darlegen? Indem man sie anderen nicht verkündet und darlegt. Deshalb wird dies Verkünden und Darlegen für andere genannt.“

Darauf sprach der Erhabene die folgende Strophe: „Alles durch Verbindung Hervorgebrachte ist wie ein Stern, eine Trübung des Auges, eine Lampe und eine Illusion, wie Tau, eine Blase, ein Traum, ein Blitz und eine Wolke. So soll man es betrachten.“

Nachdem der Erhabene dieses Sūtra gesprochen hatte, hörten der ehrwürdige Subhūti, die Mönche, die Nonnen, die männlichen und weiblichen Laienanhänger sowie die Götter, Menschen, Asuras, Gandharvas und die übrigen Wesen der Welt, was der Erhabene gelehrt hatte. Sie alle empfanden große Freude, nahmen es gläubig an und richteten ihr Handeln danach aus.